aus der Pferdepraxis

Moderne Technik zur Zahnbehandlung von Pferden
DR.VET- Pferdeteam: Andrea und David
Andrea spült das Gebiss
Der Pferdekopf wird fixiert.
Erneutes Spülen des Maulraumes
Nun kommt die Zahnraspel zum Einsatz.
… Fein-Tunning…
…Kontrolle
.. alles passt!!

 

 

Zahnbehandlung beim Pferd


Die Dauer der Futteraufnahme aber auch das Futter selbst hat sich seit der Zeit als Wildpferd extrem geändert. Heute fressen Pferde vor allem eher weiches Gras, Heu oder Silage und auch Körnerfutter. Das strukturärmere Futter führt zu einer anderen Abnutzung der Zähne als ursprünglich. Das Gebiss unserer „modernen“ Pferde ist aber noch so wie das eines Tieres aufgebaut, das sich in der Steppe oder im Wald von groben Gräsern ernährt. Deshalb soll, wie auch bei den Hufen, eine fachkundige Kontrolle in regelmäßigen Abständen erfolgen und, wenn erforderlich, veterinärmedizinisch behandelt werden
.

 

Ohne diese Routinekontrolle werden Zahnprobleme meist erst entdeckt, wenn bereits die Schleimhaut oder die Zähnen geschädigt sind. Massive Eingriffe sind dann oft erforderlich. Daher wäre bei jedem Pferd einmal im Jahr das Gebiss zu überprüfen. Vor allem junge Pferde sollten vor Beginn der Arbeit mit Trense und Zäumung regelmäßig kontrolliert werden, da das Pferd im Alter von 2,5 bis ca. 5 Jahren ganze 20 Zähne wechselt und noch vier weitere Zähne hinzukommen. Die Zeit des Zahnwechsels fällt somit genau in jene Zeit, in der das Pferd angeritten wird.


Wenn eine Zahnbehandlung erforderlich ist, worauf ist zu achten?

 

DAVOR:

Das Pferd sollte zumindest gegen Tetanus geimpft sein. Für die Untersuchung sollte es ein Halfter und einen Führstrick tragen. Im Sommer ist eine Fliegendecke empfehlenswert. Es darf vor der Behandlung ganz normal Fressen.

Wir brauchen einen ruhigen Arbeitsplatz. Ideal ist die eigene Box. Wichtig ist, dass ein Balken über dem Standort um das Maulgatter zu fixieren. Ein Kübel mit lauwarmen Wasser soll auch parat sind. Stromanschluss ist nicht erforderlich, da unser Zahnschleifgerät über einen Akku verfügt.

 

DIE BEHANDLUNG:

Zuerst wird das Pferd gründlich hinsichtlich Allgemeinzustand und Zahngesundheit untersucht. Sollte eine Behandlung notwendig sein, wird der Arbeitsplatz ausgerichtet. Die Sedierung wird genau auf sein Gewicht und auf sein „Wesen“ abgestimmt und wirkt innerhalb weniger Minuten. Das Tier bleibt stehen, wird dadurch müde und frei von Angst. Das Maulgatter wird nun fixiert. Die Maulhöhle wird noch einmal gründlich untersucht und gespült. Nun kommt unsere akkubetriebene Zahnfräse zum Einsatz. Wir verwenden spezielle Zahnraspeln und diamantbesetzten Raspelköpfe, die individuell und unterschiedlich verbogen werden können. So wird jeder Bereich im Pferdemaul exakt erreicht. Die Diamantbesetzung macht lediglich einen kurzen Kontakt zum Pferdezahn notwendig, was dessen Überhitzung vorbeugt.

 

DANACH:

Ungefähr eine Stunde nach der Behandlung dauert es bis der Patient wieder komplett wach ist. In dieser Zeit darf er noch nichts fressen. Deshalb muss er entweder angebunden werden oder einen Maulkorb bekommen.